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Wenn unser Kamelrechner-Quiz dir einen Wert von 65 Kamelen bescheinigt, dann wäre das auf einem realen Kamelmarkt eine beeindruckende Herde. Aber wo genau werden solche Tiere gehandelt? Wie laufen die Auktionen ab? Und welche Rolle spielen Kamelmärkte heute noch? Wir nehmen dich mit auf eine Reise zu den bedeutendsten Kamelmärkten der Welt.
Etwa 35 Kilometer nordwestlich von Kairo liegt der Kamelmarkt von Birqash. Er gilt als der größte Kamelmarkt der Welt und ist ein Überbleibsel jahrhundertealter Handelsrouten. Jeden Freitag werden hier Tausende von Kamelen gehandelt, die aus dem Sudan, Äthiopien und Somalia zu Fuß oder per LKW herantransportiert werden. Händler preisen ihre Tiere lautstark an, während Käufer Zähne kontrollieren, Beine abtasten und über Preise feilschen. Ein Spektakel, das von der ersten bis zur letzten Minute fesselt.
In den VAE ist der Kamelmarkt von Al-Ain eine Mischung aus traditionellem Basar und High-End-Auktion. Hier werden Rennkamele, Milchkamele und Zuchttiere gehandelt. An den Wochenenden drängen sich Käufer aus Saudi-Arabien, Katar und Oman. Für ein Spitzen-Rennkamel aus einer berühmten Blutlinie werden Preise von 50.000 bis 500.000 Euro gezahlt. Berühmte Scheichs besitzen eigene Ställe und betreiben aufwendige Zuchtprogramme.
Al-Ain ist auch ein touristisches Ziel: Besucher können die Ställe besichtigen, Kamelmilch probieren und mehr über die Bedeutung der Tiere in der emiratischen Kultur erfahren.
Das King Abdulaziz Camel Festival in der Nähe von Riad ist weit mehr als ein gewöhnlicher Viehmarkt. Es ist das größte Kamel-Event der Welt, das jährlich Hunderttausende Besucher anzieht. Neben dem Handel mit Tieren gibt es Schönheitswettbewerbe (Mazayna), Rennveranstaltungen und Kamel-Milch-Verkostungen. Die Preisgelder belaufen sich auf über 50 Millionen Euro, die teuersten Tiere wechseln für mehrere Millionen Euro den Besitzer.
Der Markt spiegelt den ungebrochenen Stolz der saudischen Bevölkerung auf ihre Kameltradition wider und ist ein zentraler Treffpunkt für Züchter, Händler und Kamelliebhaber aus der ganzen Region.
Rajasthan in Indien ist berühmt für den Pushkar-Kamelmarkt, der jedes Jahr im November stattfindet. Etwa 50.000 Kamele und unzählige andere Nutztiere werden hier gehandelt. Der Markt ist ein farbenfrohes Spektakel mit bunten Decken, geschmückten Tieren und traditioneller Musik. Neben dem Handel gibt es Kamelrennen, Schönheitswettbewerbe und sogar ein Kamel-Polo-Turnier.
Die Preise für indische Kamele sind vergleichsweise niedrig: Ein gutes Lasttier kostet zwischen 400 und 1.000 Euro. Der Pushkar-Markt ist auch bei Touristen extrem beliebt und eine der bekanntesten Attraktionen Rajasthans.
Neben den genannten Giganten gibt es Dutzende regionale Kamelmärkte, etwa in Marokko (Guelmim), im Oman (Nizwa) und in Kenia (Moyale). In Australien, wo über eine Million verwilderte Kamele leben, findet der Handel meist über private Absprachen oder Exporteure statt – einen klassischen Markt im orientalischen Stil sucht man dort vergebens.
Kamelmärkte sind nicht nur Handelsplätze – sie sind kulturelle Treffpunkte, an denen Wissen über Zucht, Gesundheit und Tradition weitergegeben wird. In vielen ländlichen Regionen sind sie die soziale und wirtschaftliche Lebensader der Gemeinschaften. Und nicht zuletzt: Sie sind ein lebendiges Zeugnis einer jahrtausendealten Verbindung zwischen Mensch und Kamel.
Wenn du also das nächste Mal deinen Kamelwert im Quiz ermittelst, denk daran: Deine virtuelle Herde würde auf einem dieser Märkte ganz schön für Aufsehen sorgen.